MemoStars: Young Leaders 2017 Germany

Eine turbulente Saison 2017 liegt hinter uns. Auf der politischen Bühne war es bis zur letzten Sekunde unruhig. Große Namen haben Ihr letztes Stück aufgeführt. Neue Personen traten aus den roten Vorhängen hervor. Aber es gibt auch die Gruppe junger und ehrgeiziger Menschen im Backstage Bereich, welche das Jahr 2017 auf eine spannende Art und Weise genutzt haben. Sie probten, studierten Texte, lernten neue Kollegen kennen und sammelten Erfahrung. Das Ziel ist klar: Vorbereitung für Ihren großen Auftritt in naher Zukunft. Da es für diese Talente keine Oscars gibt, entschädigen wir diese mit den MemoStars 2017 und machen gerne auf die Führungspersönlichkeiten der Zukunft aufmerksam.

  • Volkan Turan: Der Senkrechtstarter! 2016 absolvierte er seinen BWL-Bachelor (Uni Siegen / San Diego University). Die Teilnahme an der ersten Jungen Islam Konferenz in Nordrhein-Westfalen traf genau seinen Nerv. Die Leidenschaft, mit welcher er sich den gesellschaftlichen Problemen unserer Zeit widmet, ist vorbildlich. In der Funktion „Netzwerk-Speaker“ blühten seine Leadership Qualitäten auf. Sein Team macht er zu seinen engsten Freunden und schwört diese auf die Verbesserung der Welt ein. Der Trainer für Demokratie und Vielfalt zog quasi über Nacht, gemeinsam mit dem angesprochenen Team, das Projekt „Zusammenhalt jetzt!“ hoch, welches von der Landesregierung gefördert wird. Durch seine unkonventionellen Auftritte erweiterte er sein Netzwerk auf Tagungen und Veranstaltungen wie der MJC und der Mercator Winter School. Sein Master Studiengang „NGO-Management“ prophezeit eine erfolgreiche Zukunft!

 

  • Nils Beyer: Der sozialdemokratische Malocher aus Bottrop! 2017 war für die SPD ein Desaster. Das lag sicherlich nicht an Nils Beyer. Der Student der Sozialwissenschaften nutzt nicht nur die Sozialen Medien, um auf sich und seine kreativen Aktionen aufmerksam zu machen. Im Wahlkampf leitete er als Jusos-Vorsitzender seines Unterbezirks den „höchsten Wahlkampfstand des Ruhrgebiets“ mit überregionalen Medienecho. Der Sprecher der „Pragmatischen Linken NRW“ hat ein beachtliches Netzwerk aufgebaut, welches bis zum Sprecher des Seeheimer Kreises Johannes Kahrs reicht. In dieser Funktion hat er sich nicht nur Freunde gemacht. Doch bei allen Meinungsverschiedenheiten werden diese auch zugeben müssen: Nils Beyer ist ein politisches Talent. Einem Neuaufbau der Partei stand er scheinbar vorbereitet gegenüber und publizierte, über die Partei-Zeitung „vorwärts“, einen Masterplan zur Restrukturierung der lokalen Parteienarbeit. Wie der Stipendiat der „Studienstiftung des deutschen Volkes“ noch Zeit für die Uni hat, bleibt ein Geheimnis.

 

  • Elouisa Müller: Moderne World Citizien mit Werten! 2017 war kein lautes Jahr für die Tochter einer brasilianischen Mutter, aber dafür wertvoll an Erfahrungen, internationalen Kontakten und Selbstreflexion. Mitte 2017 kehrte Elouisa Müller aus einem 12 monatigen Au-Pair Aufenthalt in den Vereinigten Staaten zurück. Sie nutzte die Zeit in Amerika um als Volunteer am Wahlkampf der Demokraten teilzunehmen, Kurse an der Harvard University abzulegen und an Lebenserfahrung zu gewinnen. Kaum war die Paderbornerin gelandet, tourte Sie in ganz Deutschland, um Ihr Netzwerk zu pflegen und Veranstaltungen wie die Youth Innovation Lab zu besuchen. Selbstbewusst suchte die CDUlerin die nächste Herausforderung und plante die Welt gen Osten zu erkunden. Nun ist Sie für drei Monate in Shanghai. Eins ist sicher: Sobald Sie wieder in Deutschland landet, werden wir wieder eine engagierte Elouisa Müller erleben.

 

  • Beret Roots: Die ehrgeizige Powerfrau der FDP! Die Kalifornierin ist ein Phänomen. Progressiv-liberal entgeht Sie allen Stereotypen, welche die Gesellschaft von einer aktiven Freien Demokratin haben könnte. Sie bringt den Justin Trudeau Flair nach Deutschland und könnte damit die Schlüsselfigur für neue Wählerschichten der FDP werden. Die Psychologin nutze das Jahr 2017 auf allen Ebenen. Sei es jugendpolitisch bei den Jungen Liberalen, parteiintern auf Veranstaltungen der ALDE, NEOS und FDP, aber auch zur Selbstentwicklung wie Ihre jüngste Reise zur Friedrich-Naumann-Stiftung in den Libanon. Besonders wertvoll war Ihr Beitrag in der FAZ zur Idee einer Minderheitsregierung. Sie analysierte strukturiert und unaufgeregt nach einer Alternative. Diese Kompetenz ist in einer Zeit der politischen Alternativlosigkeit gefragter denn je. 2018 sollte die FDP auf Sie setzen und Sie, verehrteR LeserInnen, auch.

 

  • Adrian Arab: Der hartnäckige Welt-Volontär! 2017 war wohl das spannendste Jahr für den jungen Journalisten. Nach zwei Semestern der Juristerei  in Bonn, wechselte er in die Axel-Springer-Akademie und schreibt nun Reportagen statt Gutachten. Unter seinem Lebensmotto #nevernotrunning können die Resultate nur eines sein: Absolut lesenswert. Darunter befinden sich die Berichte über die „Identitäre Bewegung“ auf dem Mittelmeer, sein Besuch von George Weah während des Wahlkampfes in Liberia und über den Rising Star der CDU Philipp Amthor. Auch sein Engagement bei Projekten wie „sagwas“ (Friedrich-Ebert-Stiftung), oder der JugendMedienTage sind Ergebnisse seiner Hingabe und seines Ehrgeizes. Die Kritik für sein Interview mit Christian Lindner, im Herbst diesen Jahres, machte Ihn nur um Erfahrungen reicher. Er wird daran wachsen und wir werden weiter qualitativ hochwertige Publikationen lesen dürfen. Ganz nach dem Motto: #nevernotrunning.

 

Zeugin der Arabellion

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Ein Kurzinterview aus Berlin.

Nina Prasch ist seit 2016 Geschäftsführerin und Projektleiterin der Jungen Islam Konferenz. Sie studierte Islamwissenschaften in Hamburg. Ihre berufliche Karriere führte Sie zur Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (giz), dem Schweizer Außenministerium, dem Goethe-Institut und der Heinrich-Böll-Stiftung. Zuletzt arbeitete Sie vier Jahre als Leiterin des Auslandsbüros der Hanns-Seidel-Stiftung in Kairo. Grund genug für mich ein ehrliches, persönliches und auf Erfahrungen basiertes Gespräch zu führen.

Jade Madani: Nina, du hast in Hamburg Islamwissenschaft studiert. Wie kam es dazu und wie hast du deine berufliche Zukunft damals gesehen?

Nina Prasch: Ich habe mein Studium Anfang der 90er Jahre begonnen also lange vor dem 11. September 2001 und lange bevor das Thema „Islam“ zum Tag-täglichen Diskussionsthema geworden ist. Meine Entscheidung Islamwissenschaft im Hauptfach zu studieren stand für mich schon zum Ende meiner Schulzeit fest. Die MENA Region hat mich damals bereits mehr als alles andere interessiert. Bei der Studienfachwahl habe ich, ehrlich gesagt, noch gar nicht an eine konkrete berufliche Zukunft gedacht. Ich habe einfach gemacht, was mich wirklich interessiert hat und habe es nie bereut.

Jade Madani: Du bist beruflich viel im Stiftungswesen unterwegs gewesen. Vor welchen Herausforderungen stehen Stiftungen in der Zukunft?

Nina Prasch: Der Gründungszusammenhang der deutschen politischen Stiftungen war nach dem 2. Weltkrieg die Erkenntnis, dass ein demokratisches politisches System kein Selbstläufer ist, sondern dass die Verankerung von Demokratie in der Gesellschaft kontinuierlich neu erarbeitet und vermittelt werden muss. Überall wird das im Moment gerade wieder viel deutlicher als in vergangenen Jahrzehnten. Die globale Entwicklung der shrinking oder closing spaces, also enger werdender Handlungsräume für bestimmte zivilgesellschaftliche Akteure aufgrund repressiver Maßnahmen, betrifft die Arbeit der Stiftungen in ganz zentraler Weise. Wenn externe Demokratieförderung mit Büros vor Ort in manchen Ländern wie aktuell z.B. in Ägypten, nicht mehr möglich ist, wird die Arbeitsweise von Stiftungen vor sehr komplexe, neue Herausforderungen gestellt.

Jade Madani: Du hast Jahre lang im arabischen Ausland gearbeitet. Welches Erlebnis hat dich am meisten geprägt?

Nina Prasch: Über viele Jahre hatte ich natürlich sehr viele verschiedene Erlebnisse, positive wie negative. Das prägendste Erlebnis aus der jüngeren Vergangenheit war definitiv die Teilhabe an dem fundamentalen politischen und gesellschaftlichen Umbruchprozess in Ägypten. Der Entwicklungsbogen von der hoffnungsvollen Aufbruchsstimmung von 2011 zurück in ein autoritäres System brutalster Repression und Bespitzelung, ist nicht nur eine Herausforderung für politische Analysten, sondern ist auch für jede/n der/die das miterlebt hat eine schockierende, schwer zu verarbeitende psychologische Erfahrung. Auch der Wert von funktionierender Rechtsstaatlichkeit bekommt ein ganz neues Gewicht.

Jade Madani: Auf der Jungen Islam Konferenz erfährst du Diskriminierungserfahrungen junger Menschen. Wurdest du auch diskriminiert?

Nina Prasch: Natürlich gibt es auch in arabischen Ländern Diskriminierung von Ausländer*innen. In fast allen Kontexten werde ich sofort als „westliche Frau“ und Ausländerin kategorisiert und grundsätzlich anders behandelt als z.B. eine Ägypterin oder Palästinenserin, mal abwertend, mal aufwertend aber aus dieser Kategorie kommt man kaum heraus.

Jade Madani: Welchen Rat gibst du jungen Erwachsenen für Ihr Leben?

Nina Prasch: Viele von Euch sind mit Vielfalt schon in der Kita aufgewachsen und haben keine Angst davor. Eure Generation hat dadurch die Chance sich ohne den ganzen Ballast von irrationalen Ängsten, festsitzenden unreflektierten Vorurteilen und stereotypen Betrachtungsweisen mit den tatsächlichen Herausforderungen einer pluralen, d.h. auch einer wertepluralen Gesellschaft auseinanderzusetzen. Ganz sicher wird das kein Spaziergang. Ob es gelingt, dass Deutschland in den nächsten Jahrzehnten eine multireligiöse, pluralistische Demokratie wird, entscheidet sich vermutlich an Eurer Generation und letztendlich daran, was jede/r Einzelne von Euch dafür einbringt. #HaltungstattHerkunft

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Interesse an der nächsten Jungen Islam Konferenz teilzunehmen?

http://www.junge-islamkonferenz.de/

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