Menü
Radio

Medi1 Radio
20. Sept. 2026
Für Medi1 Radio analysiert Politikberater Jade Madani die bundespolitische Bedeutung der Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – und warnt davor, dass die Krise der CDU zunehmend auch Deutschlands außenpolitische Handlungsfähigkeit bindet.
Nach der schweren Niederlage der CDU in Sachsen-Anhalt stehen die nächsten beiden Landtagswahlen auch im Zeichen der Debatte über die Zukunft von Bundeskanzler Friedrich Merz. Jade Madani verweist im Gespräch mit Medi1 Radio auf die ungewöhnliche öffentliche Unterstützung der CDU-Ministerpräsidenten für den Kanzler und mögliche neue innerparteiliche Auseinandersetzungen nach den Wahlen. Entscheidend sei jedoch nicht allein die Zukunft von Merz: Während Deutschland wirtschaftlich und geopolitisch neue Partnerschaften brauche, binde die innenpolitische Krise politische Aufmerksamkeit. Die erneute Absage einer Reise des Bundeskanzlers zur UN-Generalversammlung stehe exemplarisch für dieses Problem.
Weitere Verluste der CDU würden den Druck auf Friedrich Merz und die innerparteilichen Konflikte weiter verschärfen. Aus Sicht von Jade Madani liegt das größere Problem jedoch darin, dass diese Auseinandersetzungen politische Energie binden, die Deutschland für seine außenwirtschaftliche und diplomatische Neuorientierung benötigt. Gerade in einer Phase, in der das bisherige deutsche Wirtschaftsmodell unter Druck steht, brauche Berlin mehr Dialog mit etablierten wie auch neuen internationalen Partnern – nicht weniger.